15.06.2016

| Pressemitteilung

Innovationsprojekte im Agrarbereich

Die Förderung von sechs Projekten wurde bewilligt

Potsdam – Zwölf Projektanträge sind von operationellen Gruppen aus landwirtschaftlichen Unternehmen und Forschungseinrichtungen für die Förderung im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) eingereicht worden. Die Projektförderung in Bezug auf die EIP ist ein neues Förderinstrument, das die Europäische Kommission über den EU-Agrarfonds ELER in der aktuellen Förderperiode bis 2020 anbietet. Die Förderung ist dabei konsequent auf die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität und Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Ich freue mich, dass das neue Programm nun auch in der ELER-Region Berlin-Brandenburg in die Realisierung geht. Die eingereichten Anträge für eine Projektförderung sind ein Beleg für den Bedarf Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe, praxisrelevante Probleme in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung zu lösen. Das zeigt, dass Brandenburg ein starker Standort für die Agrar- und Umweltforschung in Deutschland ist.“

Dem ersten Aufruf im Herbst 2016 folgten zwölf Antragsteller mit einer breiten Palette von eingereichten Projektthemen. Das zur Verfügung stehende Finanzvolumen von 5,3 Millionen Euro war damit mehrfach überzeichnet. Die eingereichten Anträge wurden einem strengen Projektauswahlverfahren unterzogen. Ein externer Beirat gab fachlich begründete Empfehlungen zum Innovationsgehalt und zur Förderwürdigkeit der einzelnen Projekte. Auf dieser Grundlage erfolgte die weitere Bearbeitung und die abschließende Projektauswahl durch die als Bewilligungsstelle wirkende Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).

Im Ergebnis des Verfahrens kann der Zuwendungsbescheid für folgende Projekte übergeben werden:

  • Steuerung des Zusatzwassereinsatzes in der Pflanzenproduktion - situativ, teilschlagspezifisch und automatisiert
  • Entwicklung eines internetgestützten Informations- und Beratungssystems zur Erhöhung der Wassernutzungseffizienz im Obstbau (Aqua C+)
  • Selektion, Prüfung und Anzucht von wurzelechten und klimaangepassten Straßen- und Alleebaumsortimenten für die Baumschulproduktion (Trees4Streets)
  • Optimierung der ökologischen Schweinehaltung in Brandenburg durch Innovation im Bereich Haltung und Fütterung
  • Bewegungsbuchten für säugende Sauen in der Produktion
  • Stoffliche Verwertung von Gärresten und Produktion von Lignin in der Landwirtschaft

Ende 2015 wurde ein zweiter Aufruf zur Einreichung von Projekten zum 31. Mai 2016 veröffentlicht. Zu diesem Termin lagen der ILB 15 weitere Projekteanträge vor. Für den zweiten Aufruf wird ein Finanzvolumen von 8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die eingereichten Projekte werden in den kommenden Wochen dem beschriebenen Auswahlverfahren unterzogen.

Voraussichtlich wird es zum Ende des Jahres 2016 für Brandenburg einen dritten Aufruf geben, da der Förderbedarf für Projekte im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft im Land auch nach dem zweiten Aufruf noch sehr hoch ist.

Durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus den Bereichen der Landwirtschaft, des Gartenbaus und der Forstwirtschaft, der Forschung, Bildung und Beratung sowie der Verarbeitung und Dienstleistung wird eine effektive Projektarbeit erwartet. Es wird im besonderen Maße darauf geachtet, dass sich die Projektziele aus dem in der Praxis identifizierten Bedarf ableiten und die Überleitung der Ergebnisse in die Praxis gesichert werden. Die Akteure verpflichten sich, ihre Ergebnisse im EIP-Netzwerk zu veröffentlichen.